Urlaub mit Suchtpotential

Unterwegs mit Schlittenhunden am Polarkreis

Meist beginnt es mit Jack London. Unendliche weiße Weite, knirschender Schnee unter den Kufen eines Huskygespannes, der treue Blick aus den blauen Augen des Leithundes, das ferne Geheul eines Wolfsrudels. Wer solche literarischen Jugenderinnerungen hegt, sollte einmal im Leben diesen Traum wahr werden lassen!
Ein idealer Ort dafür sind die Lodges im schneesicheren Norden Finnlands wie die Saija Lodge, direkt am Polarkreis in der Nähe von Taivalkoski gelegen. In dem gemütlichen Blockhausresort am vier Monate dick zugefrorenen See Jokijärvi kann man alles erleben, was zu einem finnischen Winterurlaub gehört, und 120 lauffreudige Huskies warten darauf, den Besuchern ein einmaliges Erlebnis zu bieten.




Das Abenteuer beginnt
Es werden verschieden lange Touren angeboten, von mehreren Stunden bis zu zwei Tagen. Jeder Teilnehmer kümmert sich selbst um sein Gespann mit vier bis sechs Hunden, nach einer Einführung in die Grundkenntnisse des Mushing und kürzeren Touren zum Eingewöhnen meist kein Problem. Gut verpackt in die von der Lodge gestellte Thermokleidung - hier fällt das Thermometer im Januar schon mal auf minus dreißig Grad - geht es auf den Trail. Nachdem kleinere Startschwierigkeiten überwunden sind und das Geheul der ungeduldigen Hunde allmählich in gleichmäßiges Hecheln übergeht, taucht man ein in die weiße Pracht des finnischen Winters. Die tief stehende Sonne an einen klaren hellblauen Himmel, dick verschneite hohe Tannen, zarte Birken, die sich unter der Last der weißen Polster zu bizarren Formen beugen, die Schneedecke ein glitzerndes Diamantenfeld. Keine Geräusche außer dem Gleiten der Kufen stören die Weite und Einsamkeit dieser fast unwirklich schönen Landschaft. Begleitet werden die Touren von einem erfahrenen Guide. Er fährt mit seinem Motorschlitten voraus und checkt in regelmäßigen Abständen “seine” Gespanne. Immer wieder gibt es verhedderte Leinen zu ordnen, kleine Raufereien zwischen den Vierbeinern zu schlichten und die Schlitten sicher über Landstrassen zu lotsen. Außerdem ist er für das leibliche Wohl der Truppe zuständig, denn die Mittagspause wird von allen Teilnehmern herbeigesehnt - die ungewohnte Anstrengung in der extremen Kälte zehrt an den Kräften. Alle freuen sich auf die Ruhepause auf den mit weichem Rentierfell bedeckten Holzbänken, und die klammen Finger auf das knisternde Lagerfeuer! Nachdem Hunde und Schlitten sicher “geparkt” und festgemacht sind, gibt es zum Aufwärmen heißen Preiselbeersaft aus der Kuksa, der typischen Tasse aus Birkenholz, während überm Feuer der Lunch zubereitet wird. Gelegenheit, viel über das Mushing und die ostfinnische Wildnis zu erfahren, aber auch, die anderen Teilnehmer kennen zu lernen, denn Teamgeist wird auf solchen Huskytouren großgeschrieben!

Harjajärvi - einfach, urig und gemütlich
Bei der zweitägigen Tour wird im Wildniscamp Harjajärvi übernachtet Auch hier werden als erstes die Hunde versorgt. Jeder Teilnehmer ist für sein Gespann verantwortlich: Ausspannen, vor den Hütten festmachen, Füttern alles nicht so einfach, mit Stirnlampe in der Dunkelheit! Denn die Sonne verabschiedet sich hier Ende Januar schon um halb vier am Nachmittag.
Die Nacht draußen in der Wildnis, nur 50 km von der russischen Grenze entfernt, ist ein unvergessliches Erlebnis! Für einen Stadtmenschen ist es schon spannend, die diversen Öfen der Hütte anzuheizen, anstatt die Heizung aufzudrehen. Auch das Wasser für Mensch und Tier muss erstmal aus dem Eisloch des nahen Sees geholt werden. Zur Belohnung gibt es eine urige Sauna mit Abkühlung im tiefen Schnee neben der Saunahütte - Spaßfaktor garantiert!
Das Abendessen kann sich sehen lassen: Der frische Lachs ist super, und keiner würde jetzt mit einem Sternerestaurant tauschen. Gemeinsam wird der Abwasch erledigt, ein Schäpschen macht die Runde, bevor es in die mit Thermoschlafsäcken ausgestatteten Kojen geht. Vor der Hütte ein letzter Blick nach oben - heute leider kein Polarlicht! Doch auch ohne das farbige Flackern der “Aurora borealis” wird man sich noch lange an den Sternenhimmel dieser eisigen, klaren Polarnacht erinnern!

Ein bisschen Sport muss sein
Der Trail am nächsten Tag ist schon etwas anspruchsvoller, und für die zum Teil schmalen Waldwege sollte man schon ein bisschen Kondition mitbringen, um seine Huskies an den Anstiegen zu unterstützen. Auch das Abbremsen in steilen Abfahrten ist nicht ganz ohne, und in engen Kurven kann der Schlitten schon mal auf der Seite im Tiefschnee landen. Dass die Hunde dabei ein breites Grinsen im Gesicht tragen, ist wahrscheinlich nur Einbildung. Endspurt. Auf dem zugefrorenen See das Gespann noch einmal richtig laufen lassen - Iditarod-Feeling! Noch einmal das Gefühl absoluter Freiheit auskosten. Vergessen sind kalte Ohren und klamme Finger, was bleibt, ist ein einmaliges, wunderschönes Erlebnis! Schon werden die sechs Gespanne von den restlichen Huskies der Saija Lodge lautstark im heimatlichen Kennel begrüßt. Eine Runde Schmusen und Knuddeln - der Abschied von den “eigenen” Vierbeinern fällt schwer!

Abends trifft man sich an den langen Holztischen des gemütlichen Restaurants und genießt bei Kerzenschein die oft unterschätzte finnische Küche. Ob Salat aus Waldpilzen, Karottenauflauf, Fischfrikadellen, Rentiergulasch mit Preiselbeeren oder Molkefladen mit Moltebeeren - die teilweise in Vergessenheit geratenen ländlichen Gerichte werden erklärt und kommentiert von Helena Karppinen, die mit ihrem Mann Asko die Saija Lodge leitet und die mit ihrer herzlichen Art dafür sorgt, dass man sich hier sofort wie zu Hause fühlt! Noch ist der Alltag weit weg, aber spätestens, wenn man wieder am Schreibtisch sitzt, darf man schon mal von einer weiteren Winterwoche in der Saija Lodge träumen. Mit Schlitten und Schneeschuhwandern, mit Rentieren und Rauchsauna. Mit Eisfischen und Eislochbaden. Und mit vielen freundlichen Huskies. Im nächsten Jahr!


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