Lappland - das pure Wintererlebnis

Minus 37 Grad. Wir sitzen auf unseren Motorschlitten. Eingehüllt in vier Schichten Kleidung klassisch nach Art „Zwiebelsystem“ unter unserem Thermo-Overall. Die Sturmhaube unter dem Helm ist bei diesen Temperaturen Pflicht. Unser Guide Anu gibt uns eine kurze Einweisung, danach drücken wir einmal den Startknopf und los geht die Ausflugstour über herrliche Pisten, durch Wälder über Seen durch die Wildnis Lapplands. Es ist die Tour, von der wir immer geträumt haben. Der Motorschlitten lässt sich einfach bedienen. Er säuselt seinen klaren Sound, weniger laut als erwartet und es beruhigt uns, dass er nicht so viel Sprit verbraucht, wie erwartet. Wir fahren von Pyhä aus zuerst auf ausgebauten Waldwegen, bis unser Guide nach rechts abbiegt und wir durch enge Schneisen teilweise steil abwärts auf den ersten See fahren. Etwas holprig wird es, als wir das Ufer erreichen und dann wieder über bucklige Pisten im Wald verschwinden und dann später drei weitere Seen mit dem Schlitten erleben. Unbeschreiblich die Aussicht, unglaublich die Fahrt, auf der wir nach 45 Minuten und dank der guten Kleidung wohltemperiert unser Ziel erreichen.

Der Husky- and Rentier Park liegt verschwiegen im Wald und als wir die Huskies, fertig angespannt vor dem Schlitten sehen, wussten wir, dass die erste Tour noch zu toppen ist und dieser Tag für dieses Erlebnis nicht ausreichen wird. Einige Gäste fahren nur den Rundparcour zum Ausprobieren, die meisten buchen aber - eine Tour über einen halben Tag und nur die wenigsten - wohl auch die glücklichsten machen sich mit dem Schlitten für zwei oder drei Tage auf eine geführte Tour mit Unterkunft in zünftigen Hütten, wenig komfortabel, dafür aber 100 prozentig passend und hautnah am Outdoorerlebnis in Lappland. Unsere Huskys sind bereits angespannt und wild darauf, dass es endlich losgeht. Sie wollen einfach nur laufen. Unglaublich, dass sie den Schlitten so kraftvoll ziehen und wer einmal angehalten und versucht hat, das Gespann mit der Fußbremse auf einem Punkt zu halten, ist überrascht und freut sich – ausnahmsweise - über jedes Kilo, das er mit auf die Waage bringt. Wir fahren weiter und machen alles genauso, wie kurz vorher gelernt, verlagern das Gewicht in den Kurven auf die Seite und genießen die Fahrt durch die herrlichen Landschaften und über ein Hochplateau mit stark schneebehangenen Bäumen. Auch diese Fahrt geht viel zu schnell vorbei. "Jetzt kommt mal lieber rein, es ist heute wirklich kalt", sagt unser Guide Anu mit ihrem weiblichen und sympathischen finnischem Charme und wir wärmen uns in der Kota von Anssi, unserem Gastgeber und Betreiber der Rentierfarm, am Lagerfeuer auf. Dabei erzählt uns der Sámi, dass hier in Lappland 180 000 Menschen leben bei 200 000 Rentieren. Bei lappländischer Spezialität, köstlichem Rentiergeschnetzeltem mit Kartoffelpüree und Preiselbeeren gehen wir wieder raus in die Kälte und machen uns auf den Weg zu den pflegeleichten aber zumeist unbelehrbaren Rentieren, die fertig angespannt als Zugtier vor dem Schlitten auf uns warten. Wohl verpackt – mit unseren vier Schichten, Overall und eingehüllt unter warmen Decken und Fellen - sitzen wir nun im Schlitten und lassen uns gemütlich durch die Landschaft ziehen. Auch dieser Rundweg ist natürlich zu kurz, aber das herrliche Erlebnis an diesem Tag bleibt für jeden unter uns noch lebenslang in Erinnerung. Nach der Rückfahrt mit dem Motorschlitten geht es zurück ins Hotel. Wir saunen heute außerhalb in einer Rauchsauna in einem separaten Haus und etwas näher am See, in dem wir uns nach jedem Gang abkühlen. Auch ich muss mich überwinden, sage mir aber „ Das mit Schnee einreiben war gestern“ und stelle mich heute dieser für mich neuen Aufgabe. Dabei stelle ich sofort fest, dass es keinesfalls das Wasser im See ist, dass mich mit der Kälte überrascht, sondern vielmehr der Weg dorthin. Gut, dass es heute richtig kalt ist und nicht schneit, denn Schnee würde auf meiner saunagewärmten Haut tauen und Tröpfchen für Tröpfchen sofort wieder zu Eis gefrieren. Es macht einfach nur Spaß. Dann der Rückweg, auf dem ich nicht viel Zeit verliere und weiter zum nächsten Gang. Das war der erste Gang meiner atemberaubenden Lapplandreise im Winter und ich bin mir sicher, dass ich mit meiner Reiseplanung alles richtig gemacht habe. Was folgt, sind sechs weitere Tage im herrlichen Lappland. Ich nehme mir einiges vor: Sauna so oft wie möglich, Motorschlitten noch einmal für einen Tag, vielleicht für zwei Tage oder noch eine Huskytour? Ich entscheide mich, erst einmal diese besonderen Erlebnisse zu verarbeiten und dann wieder im nächsten Jahr eine Neuauflage zu starten. Morgen geht es auf die geführte Schneeschuhwanderung bei Luosto, dann in die sagenumwobene Aurora Amethystos, eine Amethystenmine in der Nähe von Luosto. Den Rest der Tage verbringen wir dann im Schnee beim Abfahrtski oder je nach Laune beim Langlauf in Luosto. Die Pisten sind gut ausgebaut mit allen Schwierigkeitsgraden von Anfänger über familientauglich bis anspruchsvoll. Und ich werde dann genau das genießen, was mir beim zugegeben sehr reizvollen Skifahren in den Alpen fehlt. Freie - wenn auch nicht so lange - Pisten und Ruhe ohne Aprés-Ski mit ganz viel Natur um mich herum.

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